Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Samstag, 24. Februar 2018

Schnudernasenwetter

Endlich! Ich habe Schloss Oron gesehen.
Dem berühmtesten Vaudois aller Zeiten ist ein Weg
gewidmet. Nein, ich meine nicht Jean-Pascal Delamuraz.
Gestern war richtiges Schnudernasenwetter. Auch trieb mir die Bise Tränen in die Augen. Und doch: tolle Route! Ich ging von Oron-le-Châtel via Oron-la-Ville und Châtillens nach Servion. Waadtland also (mit einem Freiburger Intermezzo). Knapp drei Stunden brauchte ich statt zwei, weil ich einen riesigen Umweg machte im Zusammenhang mit einem geplanten Artikel. Auf meiner kleinen Romandietour lernte ich einige neue Flüsschen kennen mit charmanten Namen wie Flon, Grenet, Parimbot; die Broye, die kannte ich natürlich schon. Die Waldstücke taten es mir an, alles so schön still noch. Und endlich sah ich Schloss Oron; schon lange hatte ich mir das gewünscht. In Servion war die Wanderung am Mittag aber nicht einfach fertig, nun folgte der Besuch im ... Ich erzähle morgen weiter.
Am Flon zwischen Oron-le-Châtel und Oron-la-Ville.

Freitag, 23. Februar 2018

Die Wetterkränkung

Wenn man Makrovorgänge, Himmelsphänomene etwa oder meteorologische Ereignisse, persönlich nimmt, riecht das nach Geisteskrankheit. Trotzdem kann ich nicht umhin zuzugeben, dass mich der prognostizierte Verlauf des Wetters in den nächsten Tagen im Innersten beleidigt. Ich empfinde die schauderhaften Minustemperaturen, die angesagt sind, als Kränkung. Als gezielten Affront von unbekannt. Dies umso mehr, als Ende Februar der - meteorologisch definierte - Winter endet.

Donnerstag, 22. Februar 2018

Sagelihaft

Das Sageli liegt nah Rapperswil über Kempraten im grünen Hang, die Agglo ist brutal nah, und doch ist die unmittelbare Umgebung der Wirtschaft ländlich geblieben mit einem Bach, der just an dieser Stelle in einem Nagefluhschlitz an Fahrt gewinnt. Hin kommt man mit dem öffentlichen Verkehr ab dem Bahnhof Rapperswil mit dem Bus 994, von der Haltestelle "Jona Wohnheim Balm" sind es zu Fuss 15 Minuten schräg den Hang hinab. Im Sageli wirten und kochen sie - ich sage das ohne Ironie - auf die gute alte Art; Veganer huschen vermutlich gleich von dannen, nachdem sie die wohltuend kurze Karte gemustert haben, es gibt Beinschinken, Bauernbratwurst, Fleischkäse und so weiter. Und eine sehr gute Rösti. Also Speisen, wie sie Wanderer lieben, Quinoakroketten sucht man vergeblich. Gestern war ich, geleitet von Schulkollegin Susan, zum ersten Mal im Sageli. Ich denke, es wird nicht das letzte Mal sein - es war gemütlich und gut im Sageli. Sagelihaft war es.
Oben die Stiftung Balm (Bus). Rot das Sageli. Unten rechts der
Bahnhof Kempraten. (Screenshot Google Maps)

Mittwoch, 21. Februar 2018

Besuch beim Dichter

Kilchberg, der Kirchhof: Ein Marmor-Obelisk erinnert an C. F. Meyer. Hinten die Felsenegg.
Die Grabplatten im Boden sind Meyers Gattin Luise und beider Tochter Camilla gewidmet.
Meyer-Büste im Museum.
Derzeit bin ich daran, sämtliche Novellen des Zürcher Dichters Conrad Ferdinand Meyer zu lesen - süffige Ware. Eine Visite in Kilchberg drängte sich in diesem Zusammenhang auf. Dort lebte Meyer ab 1877 mit seiner Frau Luise, die er zwei Jahre zuvor geehelicht hatte, im Gut "Auf Brunnen". Heute ist im Haus das Ortsmuseum untergebracht, zu dem im Erdgeschoss die Meyer-Räume zählen, das Arbeitszimmer etwa mit dem Schreibtisch, am dem Meyer so einiges geschrieben hat, das bleibt. Vor einigen Tagen stattete ich dem Museum einen Besuch ab. Danach stieg ich zur nahen Kirche hinauf und ging zum Meyerschen Grabmal, einem Obelisken; an dessen Fuss erinnern zwei Tafeln an Meyers Gattin und die gemeinsame Tochter Camilla.
An diesem Tisch schrieb er.

Dienstag, 20. Februar 2018

O Tannenbäumli

Dieses Tännli wird dereinst, wenn es eine ausgewachsene Tanne ist, über seine ersten Jahre im Forst bei Kölliken sagen: "Ich verbrachte eine äusserst behütete Jugend."

Montag, 19. Februar 2018

Regen und Schnee und Schneeregen

Das Morgetshofseeli: Als ich vorbeikam, begann es grad zu flöckeln.
"Unsere liebe Frau vom Hegau" im
Kapellchen oberhalb von Bietingen.
Es regnete, als ich Buchthalen am Stadtrand von Schaffhausen startete. Und es regnete, als ich in Thayngen anlangte. Dazwischen gab es Phasen, in denen es nicht regnete. Weil es schneite oder schneeregnete. So war das am Samstag auf meiner 3 1/2-Stunden-Wanderung durch mir unbekanntes Gelände - schönes Gelände. Von Buchthalen ging es nach Gennersbrunn, zum Roderichstein und entlang einsamer Sumpfwiesen und vorbei am Morgetshofseeli nach Bietingen, wo ich auch den Hügel Kapf bestieg. In Bietingen - deutsches Gebiet, übrigens, zum zweiten Mal an diesem Tag - ass ich im Gasthof Wider einen Schweinebraten mit Spätzle und zog danach, immer der Biber folgend, nach Thayngen. Dort schwappte Konfetti in den Pfützen, und ein paar Verkleidete begrüssten mich mit "Guete Morge"!
Nach dem Zmittag zwischen Bietingen und Thayngen.

Sonntag, 18. Februar 2018

Schaffhauser Urgestein

Ein sehr historischer Findling: der Roderichstein.
Ich glaube, ich bin mit einer schweren Lithophilie geschlagen. Mit einer übermässigen Liebe zu Steinen. Gestern totalfaszinierte mich im Wald 600 Meter nördlich des Schaffhauser Weilers Gennersbrunn der Roderichstein, ein vermooster Brocken in einer Grube, die wirkt, als sei sie einst von Menschen ausgehoben worden. Allerdings finde ich dazu nichts Schriftliches. Dafür erklärte mir eine Tafel vor Ort, was es mit dem Stein, einem Findling, auf sich hat. Im Jahr 1067 schenkte der römisch-deutsche König Heinrich IV. dem Grafen Eberhard VI. von Nellenburg, Schaffhausens Gründergestalt, ein Jagdgebiet, das in seinen Umrissen den Kern des heutigen Kantons Schaffhausen vorwegnahm. In der Urkunde Heinrichs spielte der Roderichstein bei der Bezeichnung der Grenzen des Jagdgebietes eine zentrale Rolle als Landmarke. Daher ist er sozusagen das Schaffhauser Urgestein.

P.S. Falls es unter den Lesern Leute hat, die wissen, warum der Roderichstein so heisst, wie er heisst - bitte melden! Welcher Roderich ist gemeint? Doch wohl nicht der König der Westgoten.