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Montag, 29. August 2016

Vorsicht, Kante

Abstieg vom Cuncels Richtung Chli Güslen, unten der Walensee, dahinter die Churfirsten.
Feuerstelle ganz vorn auf dem Gross Güslen.
Falls jemand eine leichte und doch luftig-abenteuerliche Bergwanderung für den bald beginnenden Herbst sucht, empfehle ich, was wir am Samstag machten, während unten in der Stadt in der kranken Hitze der Asphalt schmelzen wollte: Flumserberg. Von der Gondelbahn-Bergstation Maschgenkamm zur Zigerfurgglen und via die Gipfel Cuncels und Chli Güslen zum Gross Güslen, der mit 1833 Metern 34 Meter niedriger ist als der Chli Güslen. Aber vorgeschoben ist er. Zum Walensee. Er vollendet die Einblicke, Ausblicke, Weitblicke, die vorangingen, gewährt die totale Sicht. Und ganz vorn, wo die Kante abbricht, gibt es eine Feuerstelle; bloss nicht dem Abgrund den Rücken zudrehen und irgendetwas schwadronieren und - huch. Als wir uns sattgesehen hatten, stiegen wir ab in den Kessel der Seebenalp und assen auf der Terrasse des alten Hotelkastens, um dann noch einmal abzusteigen zur Gondelbahn hinab nach Unterterzen auf der Tannenbodenalp. Eine wunderschöne Route, fürwahr, man braucht nur knapp drei Stunden, geht etwa 110 Meter aufwärts und etwa 770 abwärts und hat am Schluss das Gefühl, eine grandiose Bergtour gemacht zu haben. Hat man ja auch.
Seebenalp, Blick über den Grosssee. Hinten dominiert der Sechsmoor.

Sonntag, 28. August 2016

Obelix und der Koran

Heute zwei Schnappschüsse. Den einen machte ich gestern auf dem Flumserberg, genauer gesagt auf der Seebenalp. Das rotweisse Mischwesen des Steins, den ich dort fotografierte, ist typisch für die Gegend. Freilich besagt die Plakette auf ihm: "Hinkelstein. Verloren von Obelix bei der Durchreise nach Rom anno 800 vor Christus." Es soll nicht allzu humorlos klingen, aber der Ordnung halber sei doch festgehalten, dass es damals Rom noch nicht gab. Im Lateinunterricht in der Kanti Trogen lernten wir den Merkvers: "753 - Rom kroch aus dem Ei."

Das zweite Foto machte ich zwei Tage zuvor. Zürich, Schaffhauserplatz, die Apotheke. Sie offeriert Rabatt auf Klorane. Ich aber las im Frühmorgendusel "Korane" und dachte: Heieiei, die Islamisierung schreitet fort, wenn das bloss der Andreas Thiel nicht sieht. Der dreht mir sonst durch.

Samstag, 27. August 2016

Güslen güzel

Unglaublich, wie unser Jahr zwischen kalt und heiss variiert.
Letzten Winter auf der Seebenalp, Flumserberg SG.
Letzten Winter gondelte ich auf den Flumserberg und wanderte von der Tannenbodenalp auf die Seebenalp. Als ich an jenem Tag die Karte studierte, sah ich, dass es ganz in der Nähe einen Berg respektive einen zum Walensee vorgeschobenen Aussichtspunkt namens Gross Güslen gibt. Den wollen wir heute besuchen. Was seinen Namen angeht: Güslen klingt nach "Güsel", also Abfall. Wobei: Auf Türkisch heisst güzel (das z wird weich gesprochen) "schön".

Freitag, 26. August 2016

Schöne Grüsse von Don Corleone

In Davos gibt es eine Pizzeria, die in Anlehnung an den Mafia-Film "Der Pate" heisst. Ich weiss nicht. Ich bin einer der Leute, denen Filme, wie man so schön sagt, einfahren. In besagter Pizzeria hätte ich vermutlich ein ungutes Gefühl. Wer weiss, ob nicht plötzlich Luca Brasi von hinten herantritt, mich mit einer Drahtschlinge zu garottieren versucht und mir dazu ins Ohr flüstert: "Schöne Grüsse von Don Corleone."

Donnerstag, 25. August 2016

Baselbieter Bierbrauer

Jakob Meyer-Wiggli, 1849 bis 1921. In Liestal ist ihm eine Strasse gewidmet. Nicht schlecht, dass mal einer Person gedacht wird, die durch ihre Bierbrauerei auffällig wurde - auch als Promille-Provider kann man in die Ewigkeit eingehen. Meyer war zwar auch politisch aktiv. Aber vor allem erwarb er nach der Brau-Ausbildung in Worms 1879 die Liestaler Brauerei Ziegelhof samt Gastwirtschaft in Liestal und brachte die Firma zum Blühen. Bis heute besteht der Name Ziegelhof, allerdings übernahm 2006 Eichhof, heute seinerseits ein Teil von Heineken.

Mittwoch, 24. August 2016

Die Karaffe von Arosa

In Arosa assen wir kürzlich im "Le Bistro", dem Restaurant des Hotels Cristallo; es hat 13 Gault-Millau-Punkte, was wir nicht wussten. Der Eindruck war zwiespältig, schleppender Service und ein nassforsch-naseweiser deutscher Jungkellner zum einen, teures, doch hervorragendes Essen zum anderen. Was das Dekor angeht - auch darüber lässt sich streiten. K. sass neben mir auf einem wirklich sehr unbequemen Stuhl im Mad-Max-Schrott-Design. Und was die abgebildete Wasserkaraffe angeht, nun ja, es soll Leute geben, die in den Ferien so ziemlich alles lustig finden.

Dienstag, 23. August 2016

Bahndorf ohne Bahn

Altbüron LU: Strassenunterführung der Langenthal-Wauwil-Bahn, die nie fuhr.
Die Karte 1:50 000 zeigt den Bahndamm (Bildmitte, bräunlich geriffelt).
Ich mag Ausflüge mit einem Ziel, über das man zuvor einiges in Erfahrung gebracht und gelesen hat. Am Sonntag fuhr ich nach Altbüron und beschaute mir dort die Reste der Langenthal-Wauwil-Bahnlinie; diese Bahn, wohlgemerkt, fuhr nie. 1874 begann die Schweizerische Centralbahn mit den Bauarbeiten, die neue Verbindung hätte die Strecke Bern-Luzern entscheidend verkürzt. Ein Jahr später stellte man die Arbeiten aber schon wieder ein, schuld waren unter anderem Finanzierungsprobleme. Da war der Staltentunnel zwischen Altbüron und Ebersecken bereits auf 1300 von 2100 Metern gegraben. Auf der Seite von Altbüron sieht man den vermauerten Tunneleingang, daneben führt eine Treppe zu einem Wasserreservoir. Des weitern ist am Dorfrand deutlich der alte Bahndamm zu erkennen. An einer Stelle führt er über eine Strasse, die fein manierlich in einer Unterführung verschwindet. Interessant, Altbüron ist ein Bahndorf ohne Bahn. Wer mehr über die ganze Geschichte wissen will: hier der Link zu einer vorzüglichen Darstellung.
Der zugemauerte Eingang zum Staltentunnel in Altbüron. Rechts geht es hinab
zu einem Reservoir. In Ebersecken wäre der Zug wieder ans Licht gekommen.