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Donnerstag, 8. Dezember 2016

Stoosbahn: das Update

Die Kapelle Maria-Hilf auf dem Stoos. Hier kann man beten,
zum Beispiel dafür, dass die neue Bahn nicht noch teurer wird.
(Wikicommons/Badener)
Gestern fiel mir, einfach so, die Stoosbahn ein - ich dachte: Wird nicht demnächst die neue, extrem steile Standseilbahn eröffnet? Oder fährt die schon? Ich schaute nach, und oha. Ich wusste das gar nicht: Die neue Bahn vom Muotatal auf das Schwyzer Ferienplateau hat auf den ursprünglichen Bauplan mittlerweile zwei Jahre Verzögerung und wird wohl erst Ende 2017 auf ihrem neuen Trassee parallel zum alten losfahren. Grund für das langsame Vorankommen der Arbeiten waren Pannen und Probleme aller Art, so stürzte zum Beispiel die eigens erstellte Materialbahn ein. Auch beim Bohren der drei Tunnels gab es jede Menge Ärger, so mussten die Bohrköpfe ausgewechselt werden. Die Baukosten sind ebenfalls happig gestiegen, momentan geht man von 52 Millionen Franken aus. Nun, jedenfalls wird Ende nächstes Jahr mit der Bahn auch ein neuer Superlativ Realität: die steilste Standseilbahn der Welt.

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Dezemberkäfer

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Hier zwei Aufnahmen von gestern. Erstens ein Marienkäfer. Während ich am Mittag in der Küche eine Rösti briet, öffnete ich das Fenster ein klein wenig. Worauf besagter Käfer mir zuflog. Fürs Foto setzte ich ihn auf das weisse Blatt Papier.  Und natürlich dachte ich: Ist das normal, dass es im Dezember noch Marienkäfer gibt? Später am Tag schaute ich auf der Webseite der Schifffahrtsgesellschaft des Luganersees etwas nach und stiess dabei auf einen hübschen Schreibfehler. Ja, ich weiss, kindisch, aber ich musste halt nun mal schmunzeln.

Dienstag, 6. Dezember 2016

Fernand-Alfred Gerber und der Tornado

Als der Tornado vorbei war.
(Screenshot vom Film im Schweizer Sturmarchiv)
La Chaux-des-Breuleux in den Freibergen, wo ich letzten Samstag meine Wanderung begann, wurde am 12. Juni 1926 von einem Tornado heimgesucht. Der kam von Frankreich her, hinterliess auch in anderen Orten seine Spuren. Ingesamt vernichtete er an die 200 Höfe. Viele Pferde und Kühe wurden getötet, es gab dazu sechs bis sieben verletzte Menschen. Und der achtjährige Fernand-Alfred Gerber kam gar um. Woher ich das alles weiss? Zu meinem Erstaunen gibt es online ein Schweizer Sturmarchiv. Zu dem Tornado ist sogar ein kurzer Film gelinkt, natürlich ohne Tonspur. Er zeigt Menschen der Gegend vor den Ruinen kurz nach Abzug des Sturmwindes; leider steht nicht, wo exakt der Film gedreht wurde.

Montag, 5. Dezember 2016

Ich war in Kanada

Québec? Nein, der Etang de la Gruère, Kanton Jura.
Auberge de la Couronne, La Theurre.
Am Samstag, als ich gegen zehn Uhr in La Chaux-des-Breuleux aus dem Züglein stieg, dachte ich als erstes: Soll ich gleich wieder heim? Die Station liegt ausserhalb des Minidorfs, die Hochebene der Freiberge rundum: winterlich kahl und reduziert. Die Bise war unerbittlich, sie riss mir fast die Mütze vom Kopf. Ich widerstand dem Fluchtreflex, ging los, und im Nachhinein muss ich sagen: Es wäre sündschade gewesen umzukehren. Meine Wanderung führte mich in knapp drei Stunden zum Etang de la Gruère, nach La Theurre, wo ich in der Couronne sehr gut ass, dann weiter via Les Cerlatez, Sous La Neuvevie und La Combatte nach Saignelégier. Höhepunkt war der Etang de la Gruère, ein in der frühen Neuzeit aufgestauter Hochmoor-Weiher. Um diese Jahreszeit liegt er einsam in seiner Sumpfsenke, und das sich derzeit bildende Eis zieht bizarre Schlieren übers Wasser. Ich fühlte mich wie in Kanada.

Sonntag, 4. Dezember 2016

Un Bruntrutain à Paris

Gestern beim Apéritif in der Couronne in La Theurre einige Kilometer vor Saignelégier JU (mehr zur Route morgen) las ich ein wenig in der aufliegenden Regionalzeitung. Da war die Rede von einem Verleger in Paris, der aus Porrentruy stammt, Pruntrut zu Deutsch. Ich staunte: Das französische Adjektiv zu Porrentruy bedient sich der deutschen Variante: Bruntrutain.

Samstag, 3. Dezember 2016

Wie der August auch noch hiess

Augustus, der Göttliche (Divus), auf einer römischen Münze.
(Wikicommons/ Classical Numismatic Group)
Wir haben Dezember. Dieser Monat ist einer von vieren im Kalender, die in ihrem Namen eine lateinische Zahl enthalten:

  • September - Der Siebte
  • Oktober - Der Achte
  • November - Der Neunte
  • Dezember - Der Zehnte

Zurück gehen diese Monatsbezeichnungen auf die alten Römer. In ihrem ursprünglichen Zehn-Monate-Kalender war der Dezember eben der zehnte Monat. Aber eigentlich will ich auf etwas anderes hinaus, das ich erst bei der Lektüre des Romans "Augustus" von John Williams gelernt habe; übrigens ein vorzügliches Buch, die Handlung um Octavian, den späteren Kaiser Augustus, in den Bürgerkriegs-Turbulenzen ist aus Sicht wechselnder Akteure und ihrer Briefe erzählt. Und nun las ich also, dass der Monat August erst durch einen Erlass von Augustus zu diesem Namen kam; umbenannt wurde just dieser Monat, weil in ihm Augustus sein erstes Konsulat angetreten hatte. Zuvor hatte auch der August einen Zahlennamen: Sextilis, der Sechste. Jetzt noch ein Kuriosum, das ich in der Wikipedia las: Unter dem Kaiser Commodus hiess der August viel später kurz, ja, man ahnt es: Commodus.

Freitag, 2. Dezember 2016

Tannenschicksal

Gestern früh fotografierte ich auf dem Schaffhauserplatz in Zürich diese Weihnachtstanne. Auf Schildern informiert die Stadt, dass der Baum aus dem Stadtwald kommt. Ich fand, dass die Tanne wunderbar mit dem hohen schmalen Gebäude dahinter harmoniert (im Erdgeschoss mein Liebling, das Café Gnädinger). Gleichzeitig dachte ich, dass das aus Sicht der Tanne schon brutal ist. Man sägt oder hackt dich los, trennt dich gewaltsam von deinen Verwandten, schleppt dich in die Stadt. Dort stehst du ganz allein unter Fremden. Und ein paar Wochen später kommen sie und holen dich wieder. Dann bist du nur noch Brennmaterial oder Kompost.