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Donnerstag, 26. April 2018

Schartenfluh statt Luegiboden

Auf diesem Turm waren wir: die Schartenfluh von der Ruine Dorneck aus.
Das alte Heizhaus auf dem Goetheanum-Areal in Dornach.
Gestern wollten wir, ich und Gspänli M., nach Habkern in der Nähe von Interlaken, um uns dort den berühmten Luegibodenblock anzuschauen. Stattdessen landeten wir auf der Schartenfluh oberhalb des Dörfchens Gempen im Kanton Solothurn. Das kam so: In Bern hühnerten wir um sieben Uhr morgens in den falschen Zug, den gleich an der Perronkante gegenüber. Er fuhr nicht ins Berner Oberland, sondern Richtung Basel. Unterwegs formulierten wir einen neuen Wanderplan. Einen mit Start in Liestal. Dort gingen wir zum Tierpark bei der Psychi und besichtigten gleich auch die Ruinen einer römischen Villa. Danach gings aufwärts durch den Bluescht via Gempen zur Schartenfluh. Immer wieder gut, dort oben einzukehren, immer wieder gut, den Aussichtsturm zu besteigen und ins Land und über die Landesgrenzen zu blicken, freilich windete es diesmal stark, so dass mir oben ehrlich gesagt nicht ganz wohl war; der Turm bewegte sich fühlbar. Anschliessend kam der Abstieg ins Tal der Birs mit zwei Höhepunkten: dem Zmittag im Restaurant Schlosshof auf einer aussichtsreichen Geländeterrasse halb unten sowie der Besichtigung der nahen Ruine Dorneck, eines Gemäuers von beeindruckendem Zuschnitt. Vorbei am Goetheanum - dazu kommt ein eigener Eintrag - hielten wir am Ende hinab zum Bahnhof Dornach. Der Luegibodenblock wird in einigen Wochen besucht werden, wir wollen uns dann besser konzentrieren beim Umsteigen.
Aussichtsreich: die Ruine Dorneck über Dornach.

Mittwoch, 25. April 2018

Umstrittener Stein

Das Wappen von Habkern. (Wikicommons)
Heute soll es zum Luegibodenblock gehen. Der wird als grösster Findling der Schweiz gehandelt. Strenggenommen, im geologischen Sinn, ist er allerdings gar kein Findling. Zur Erinnerung die Definition: Findlinge kamen auf Gletschern während einer der Eiszeiten angeritten und wurden irgendwann irgendwo abgeworfen. Alles Weitere zum Luegibodenblock, mit dessen Herkunft es sich anders verhält, will ich an einem der nächsten Tage erzählen. Wo der Riesenstein liegt? Ah ja, in der Nähe von Habkern BE. In dessen Namen steckt übrigens das Wort «Habicht»; besagter Raubvogel hockt auch im Wappen der Gemeinde. So, jetzt muss ich vorwärtsmachen. Um 5 Uhr 22 fährt in Zollikerberg mein Zug ab, in Zürich wartet das Wandergspänli M.

Dienstag, 24. April 2018

Bombastisches Schriftstück

Im März 1858 bricht der Zürcher Conrad Ferdinand Meyer, dessen Durchbruch als Dichter noch dauern wird, mit 32 Jahren in Begleitung der geliebten Schwester Betsy zu einer grossen Italienreise auf - in Rom wird Meyers gequälte Seele aufleben. Im Ortsmuseum Kilchberg, das gleichzeitig ein Meyer-Museum ist, weil dieser in dem Haus lange lebte, sah ich an der Wand den Reisepass des Geschwisterpaars. Heute führt man ein rotes Büchlein mit sich, das maschinenlesbar ist. Damals war der Pass ein bombastisches, mit Stempeln und schnörkeligen Unterschriften versehenes, auf Französisch abgefasstes Schriftstück von beachtlicher Grösse.

Montag, 23. April 2018

Ruinenhüpfen

Leiter zur Burgruine Engenstein.
Relikt der Berner Zeit des Laufentals.
Das war ein richtiges Ruinenhüpfen am Samstag, als wir bei blendender Sonne und schweisstreibender Wärme von Grellingen im Laufental aus eine Rundtour in die Höger unternahmen: hinauf zum Glögglifels und hart an der Kante der Kalkwand zur Eggfluh, hinüber zum Blattenpass und hinab nach Pfeffingen, wobei wir ab dem Gebiet Tschäpperli gleich vier Ruinen passierten. In Pfeffingen gabs im Garten des Rebstock Zmittag, eine Portion Fliederduft inbegriffen. Und dann kam die zweite Etappe: Aufstieg zur Ruine Pfeffingen und Abstieg nach Grellingen. Vier Stunden reine Gehzeit brauchten wir, es ging doch je 600 Meter auf und ab. Hier die historischen Gemäuer in der Reihenfolge, in der wir sie kennenlernten.
  1. Ruine Frohberg. Sie liegt direkt über den Reben des Tschäpperli.
  2. Ruine Schalberg. Zu ihr gehört auch eine prähistorische Jägerhöhle.
  3. Ruine Engenstein. Reizvoll die Leiter, mit der man hinaufkommt.
  4. Ruine Münchsberg. Mit den beiden vorhergehenden Ruinen teilt sie denselben langen Hügelsporn aus Kalk.
  5. Ruine Pfeffingen. Sie ist - nicht übertrieben - fünf Mal gewaltiger als die anderen vier und wurde zwischen 2013 und 2017 mit grossem Aufwand für gut 7 Millionen Franken renoviert.
    In der Ruine Pfeffingen. Das Foto unten zeigt den Aufgang zu ihr.

Sonntag, 22. April 2018

Alle Farben sind schon da

Die Natur trägt derzeit Farben, und was für welche! Und sie duftet wieder, zum Beispiel nach Flieder. Man erlaube, dass ich mich heute bescheide und einfach ein paar Fotos bringe. Sie stammen von gestern, von einer Baselbieter Rundtour mit Ausgangspunkt Grellingen. Morgen will ich über die Wanderung selber etwas mehr erzählen. Hier vorerst ein paar Bluescht-Fotos.

Samstag, 21. April 2018

Schneller Vogel

Fliegende Ente. Nicht die von Köniz.
Gestern gefiel mir diese Zeitungsmeldung sehr: Im Könizer Ortsteil Oberwangen ist eine Ente in einer 30er-Zone vom Radar geblitzt worden. Der Vogel war mit 52 km/h im Tiefflug unterwegs, das Beweisfoto ist klar und deutlich. Die Gemeinde Köniz fragt sich nun, an welche Adresse die Busse gehen soll. Dazu ist auch eine Anzeige fällig. So, dies gesagt, freue ich mich auf das Baselbiet und den Bluescht, wir gehen heute im Tal der Birs respektive den angrenzenden Hügeln wandern. Grellingen, wir kommen.

Freitag, 20. April 2018

Pomona und ihr Garten

Die reizende Pomona, gemalt von Nicolas Fouché um 1700. (Wikicommons/ The Yorck Project)
Im Thurgau küren sie jedes Jahr eine junge Frau zur Apfelkönigin. Zufällig las ich das gestern irgendwo. Mir fiel gleich Pomona ein, die römische Göttin der Baumfrüchte. Deren Name hat zu tun mit Lateinisch pomum gleich "Baumfrucht"; von pomum kommt natürlich auch Französich pomme, Apfel. Der Dichter Ovid hat hübsch fabuliert, wie Pomona zuerst überzeugte Jungfrau war, um dann doch zu heiraten. Der Gott Vertumnus nämlich begehrte sie zur Gattin. Pomona aber widmete sich ausschliesslich ihrem Garten und den Pflanzen darin, Männer hatten keinen Zutritt. Vertumnus verwandelte sich deswegen temporär in eine alte Frau und besuchte Pomona. Er zeigte auf eine alte, von Reben umrankte Ulme und argumentierte, dass der Baum ohne Rebe nicht schön wäre und niemanden faszinierte. Und dass wiederum die Rebe einen Baum brauche, an den sie sich schmiegen könne. Pomona überzeugte das Gleichnis, so dass sie am Ende mit Vertumnus zusammenkam.

P.S. In Kalifornien gibt es eine für ihre Zitrusfrüchte berühmte Stadt. Sie heisst Pomona. Die Antike lebt und blüht!

Donnerstag, 19. April 2018

Das Christbaumschaf

Das Schaf in der Christbaumplantage.
Einer von vielen Grenzsteinen.
Uff, das war weit. Nein, ich meine nicht die Wanderung in der Ajoie, sondern die Bahn-Bus-Reise hin und zurück, die doch gut 5 3/4 Stunden dauerte. Gelohnt hat sich das gestern auf jeden Fall. Nur schon wegen der Gesellschaft, ich wanderte mit Stefan und Marlis Brauchli. Stefan ist der Gemeindewanderer; was das ist, kann man auf seiner Homepage nachlesen und auch auf meinem Blog. Mit Leuten, die soviel wandern wie die Brauchlis aus Seuzach ZH, hat man doch einiges auszutauschen und zu besprechen. Die Unternehmung führte von Bure via Fahy und Grandfontaine - dort nahmen wir den Zmittag - nach Damvant, was genau 4 Stunden Gehzeit bedeutete. Prägend waren:
  • Panzerfahrgeräusche vom Waffenplatz Bure im ersten Wanderviertel
  • Der Bluescht, der begonnen hat und unsere Augen verwöhnte
  • Weite Felder und schnurgerade Wege...
  • ... sowie natürlich der eine oder andere charismatische Grenzstein; streckenweise gingen wir auf der Grenze zu Frankreich.
    Fünfzehn Minuten bis zum Zmittag: Marlis und Stefan kurz vor Grandfontaine.

Mittwoch, 18. April 2018

Tingierung

Gestern schrieb ich über das Einhorn-Wappen von Mettmenstetten. Während ich den Eintrag vorbereitete, geriet ich auf Wikipedia an ein neues Fremdwort aus der Wappenkunde. Nein, nicht "Blasonierung", das kannte ich schon, so nennt man die fachgerechte Beschreibung eines Wappens. Zu den Tricks der Blasonierung gehört zum Beispiel, dass man die Schilderung vom Wappen aus denkt; schreibt einer also, im Wappen habe es rechts ein Kreuz, so sieht jeder, der das Wappen betrachtet, das Kreuz nicht rechter-, sondern linkerhand. Nun aber zu dem mir neuen Begriff: "Tingierung" von Lateinisch "tingere" gleich "färben" bezeichnet die Farbgebung der Wappen. Auch sie ist genau geregelt, so gibt es traditionell vier Grundfarben: Schwarz, Rot, Blau, Grün. Dazu kommt für genau definierte Situationen Purpur. Sowie Gold und Silber, manchmal ersetzt durch Gelb und Weiss. Den vorzüglichen Artikel mit allen weiteren Angaben findet man hier. Gleich noch ein Begriff, der auftaucht und den ich noch nie gehört habe: "Feh" für eine bestimmte Art von Pelzmusterung im Wappen. Man lese es nach und staune.
Tingierungstabelle auf Wikipedia.
(Bild: Montrealais Vector/ Wikicommons)

Dienstag, 17. April 2018

Mettmenstettens Märchentier

Kürzlich in Mettmenstetten ZH lernte ich dies: Die Gemeinde hat als Wappentier ein Einhorn. Respektive zwei, die am Rumpf zusammengewachsen sind - sozusagen siamesische Einhörner. Mettmenstetten übernahm das Sujet von den Rittern zu Hünenberg, die es als Wappen verwendeten. Es gibt noch weitere Orte im Land, die das Einhorn im Wappen tragen; ich werde dieses also sicher irgendwo, irgendwann wieder antreffen.

Montag, 16. April 2018

Kuonis Reich

Die Neu Bechburg samt neuzeitlichem Warenlift.

Die Burg vom Bahnhof Oensingen. Hinten die Roggenflue.
Man sieht sie immer aus dem Zug, zwischen Olten und Solothurn. Die Neu Bechburg bei Oensingen SO, an der wir vor zwei Tagen wandernd vorbeizogen, ist überaus stattlich, sie war sogar einmal kurz Sitz des Basler Bischofs. Heute ist sie unbewohnt; freilich kann man sie für Anlässe von der Eigentümerin, einer Stiftung, mieten. Will man? Der böse Raubritter Kuoni soll dort herumspuken und zum Beispiel - so berichtet der ehemalige Schlosswart - im Studierzimmer umgehen oder auch einmal eine Tür verriegeln, die eigentlich offen sein sollte. Kuoni war einst, als ihn Gottes Strafe in Form der Pest traf, von den Oensingern lebendig eingemauert worden.

Sonntag, 15. April 2018

Die Warmsaison läuft

Ganz schön steil! Beim Oensinger Roggen.
Hier isst man gut: die Tiefmatt.
Gestern wanderten wir im Solothurner Jura: Start in Oensingen, hinauf zur Neu Bechburg, noch weiter hinauf zum Oensinger Roggen (toller Blick zum Alpenkranz, die Beiz hatte grad noch Betriebsferien) und dann für einmal nicht zur Roggenflue. Sondern weiter unten im Wald parallel zum Grat Richtung Nordosten und via die Alp zum Restaurant Tiefmatt. Dort gabs nach drei Stunden Zmittag. Die Wirtsleute kochen eher städtisch als berglerisch-bäuerisch-rustikal, das Lokal ist geschmackvoll eingerichtet, Wanderfreundin Ronja hatte ein wunderbares, wie sie sagte, Stück Rindfleisch an einer Whiskysauce (wenn ich mich recht erinnere) mit hausgemachten Pommes Frites. Unsereins freilich nahm nur grad ein Süppchen, weil man am Abend noch eingeladen war und ins Alter kommt, wo man nicht mehr zweimal pro Tag gross essen will. Leicht war nach dem Zmittag der Abstieg ins Dorf Holderbank. Schön, wie die Warmsaison des Wanderns anläuft. Mein nächstes Freudeziel sind nun die Maienwiesen mit vielen Blüemli. Bald schon wird die Natur ihr Sortiment ausbauen.
Blick von der Tiefmatt zum Roggenschnarz.

Samstag, 14. April 2018

Schlauer Hebel

Das Sesambein an der grossen Zehe.
(Bild: Alison Cassidy/ Wikicommons)
Für das Wanderspezial der "Schweizer Familie" machte ich eben ein Interview mit einer Sportärztin, es geht um korrektes Stretching, um Fehlbildungen wie den Hallux Valgus und um neue Therapien gegen verbreitete Probleme wie den Fersensporn. Ein anatomisches Detail, das ich lernte: Der Mensch hat Sesambeine. Auch am Fuss. Es sind kleine Knochen, die in gewisse Sehnen eingebaut sind und diese ein wenig vom Knochen wegdrücken. So entsteht eine Hebelwirkung - die Sehne hat es leichter, den Knochen zu bewegen. Das Interview kommt dann in drei Wochen.

Freitag, 13. April 2018

Das Zwergenautotreffen

Nach dem Krieg mangelte es in Europa am Material für die Autoherstellung. Und gleichzeitig wimmelte es von Versehrten, die für ihr Fortkommen im Alltag auf ein Fahrzeug angewiesen waren. Die Lösung hiess «Microcar», hatte meist bloss 500 ccm Hubraum oder weniger und bisweilen nur drei Räder. Bei der Bestellung eines Messerschmitt konnte man angeben, welcher Körperteil einem fehlte; das Modell wurde im Werk punkto Schaltung usw. so konfiguriert, dass es auf die Person ohne linken Arm oder rechtes Bein passte. Bis weit in die Sechzigerjahre hinein, als all das vergessen war und die Wirtschaft wieder boomte, waren die Kleinstautos häufig auf den Strassen anzutreffen. Heutzutage sind sie Raritäten. Etwas für Liebhaber. Die treffen sich vom 27. bis 29. April in Wohlen AG - aus diesem Anlass habe ich den Microcars in der neusten Ausgabe der «Schweizer Familie» einen grossen Artikel gewidmet. Man bekommt das Heft am Kiosk, wie immer findet man darin viel Lesestoff.

Donnerstag, 12. April 2018

Die Tobeltour

Der Greifensee von der Pfannenstiel-Hochwacht aus.
Julien steigt auf zur Drachenhöhle.
Gestern gabs ein Wiedersehen mit Wanderfreunden: Heinz und sein Enkel Julien kamen aus Bern angereist, zusammen stiegen wir auf den Pfannenstiel. Lang ist es her seit unserer letzten Tour im Freiburgischen - aber was geblieben hat, ist Juliens Liebe für Tobel, er ist Schluchtenspezialist. Und also nahmen wir von Küsnacht den langen Weg durch das Küsnachter Tobel mit Dingen am Weg wie dem Alexanderstein, der Drachenhöhle, der Tobelmüli. In der Hochwachtbeiz auf dem Pfannenstiel, diesem alten Haus von Rocky Docky, assen wir Pommes-Frites, Cervelat, Bratwurst und dergleichen und stiegen schliesslich ab nach Egg. Fazit: Julien hat eine neue Schlucht kennengelernt. Zudem waren wir uns einig: Es soll nicht wieder soviel Zeit verstreichen, bis wir gemeinsam die nächste Route angehen.
Heinz am Küsnachter Dorfbach.

Mittwoch, 11. April 2018

Fotos, Kerzen, Blumen

An manchen Orten im Land gibt es Gedenkstätten dort, wo ES passiert ist. In La Neuveville am Bielersee erinnern im Hafen Fotos, Kerzen und Blumen an einen Stromunfall im Mai des letzten Jahres. Ein defektes Kabel setzte damals ein Stück des Geländers sowie das Wasser unter Strom. Mehrere Personen erlitten einen Stromschlag. Eine Frau, die ihre Schäferhündin retten wollte, wurde getötet, eine zweite Helferin starb ebenfalls.

Dienstag, 10. April 2018

Calames Stein

Alexandre Calame, 1810 bis 1864, ein Romand, hatte als Landschaftsmaler schon in jungen Jahren Erfolg. Paris liebte ihn. Der Gegend des Vierwaldstättersees hat er etliche Bilder gewidmet. Auf Morschacher Boden, unterhalb des Axenstockes, gibt es in ebenso aussichtsreicher wie mühsam zugänglicher Lage - ein Wurzelpfad führt hin - den sogenannten Calamestein. Einen Findling hart am Abgrund mit einem Calame-Zitat als Aufschrift: "Le plus beau pays du monde." So ähnlich soll auch Queen Victoria gesprochen haben, als sie einst in Morschach weilte. Als ich am Wochenende vorbeikam, verzichtete ich darauf, das Gleiche ein drittes Mal zu sagen. Aber recht haben die beiden Persönlichkeiten schon: Wunderschön, diese Komposition eines vielarmigen Sees in Tiefblau mit Bergen rundum.

Montag, 9. April 2018

Hirnbetörende Innerschweiz

Brunnen vom Axenfels aus gesehen.
Dieses Büsi begleitete mich vom Kloster Ingenbohl weit hinauf in den Wald.
Was für ein Wochenende - diese Wärme, diese Sonne, dieser Himmel, dieser beginnende Bluescht! Einen Tag kam ich zum Wandern; ich ging von Brunnen hinauf nach Morschach, wo ich mich ausgiebig umschaute und mir einen Nussgipfel gönnte. Danach nahm ich den "Weg der Schweiz"-Abschnitt hinauf, hinüber, hinab nach Sisikon. 3 1/2 Stunden betrug die reine Gehzeit, am Schluss hatte ich über 350 Fotos in der Kamera, davon zeigt die Hälfte den tiefblauen Urnersee in der Tiefe; an manchen Orten war es so schön, dass ich fünf Mal das gleiche Foto machte. Dieser Teil der Innerschweiz ist eine Traumgegend, fürwahr. Das Hirn wird regelrecht betört und betäubt.
Eine der letzten Wegkurven vor Sisikon.

Sonntag, 8. April 2018

Ich bin auch ein Kubist

Am Samstag drückte ich versehentlich den Auslöser meiner Kamera. Das Foto, das sich daraus ergab, erinnert ein wenig an einen Horrorfilm, der abgetrennten Fingerglieder wegen. Ein bisschen Kubismus ist aber auch drin, sage ich trotzig. Und damit allen einen schönen Sonntag - heute wird es Sommer im Frühling!

Samstag, 7. April 2018

Der Lokführer schlief

Ein Teil der verunfallten Lok. (Wikicommons)
Am Morgen des 2. Oktober 1942 braust am Bielersee ein schwerer Güterzug auf den Bahnhof Tüscherz zu. Er müsste auf einem Geleise des Bahnhofs stoppen, damit auf dem anderen Geleise der entgegenkommende Personenzug passieren kann. Doch der übermüdete Lokführer des Güterzugs hat sich auf einen Hocker gesetzt und ist eingeschlafen; er bemerkt weder das bei Tüscherz korrekt gesetzte Signal noch die Handzeichen des Bahnhofsvorstandes. Der Zugführer ist seinerseits mit Papierkram absorbiert und realisiert die Gefahr ebenfalls nicht. Der Güterzug fährt ungebremst durch den Bahnhof Tüscherz und stösst dann mit dem Personenzug zusammen. 11 Menschen sterben, 16 weitere werden schwer verletzt. Später wird der Lokführer zu einem Jahr Gefängnis bedingt verurteilt. Ich erfuhr von dem Unglück, als ich kürzlich in Tüscherz zu einer Wanderung startete und nachschlug, was im Ort so passiert ist.

Freitag, 6. April 2018

Balmologie

Sugiez, Blick von der Route des Baumes auf Les Baumes.
In Sugiez FR gibt es eine Route des Baumes und dahinter eine Sandsteinfluh namens Les Baumes. Der deutsche Begriff heisst "Balm". Und man kann sicher sein: Ob in der französischen oder deutschen Form - wo das Wort auftaucht, ist eine nackte Felswand in der Nähe, die in der Regel überhängend ist und so einen geschützten Platz freigibt. Oft sind es eigentliche Höhlen. Mehr zum Begriff "Balm" findet man im Idiotikon.

Donnerstag, 5. April 2018

Glarnerland, gutes Land

Glarus mit dem Glärnisch. Am Himmel Föhnschlieren.
 Steinbruch bei Elggis (Netstal). Abgebaut wird Kalkstein.
Alte Weggasse bei Sturmigen.
Gestern ging ich von Sool nach Netstal, wobei ich den Talboden der Linth nur stellenweise berührte; meist ging ich höher im Hang und im Wald, bisweilen auch abseits des Wanderwegnetzes. So brauchte ich doch 3 Stunden 20 Minuten (501 Meter aufwärts, 678 Meter abwärts) für die Strecke. Viele Dinge begeisterten mich: die gewaltigen Findlinge allenthalben. Die Ruine der Burg Sola bei Sool. Die fast ausgetrockneten, mit Geschiebe gefüllten Bachrunsen, die bald Schmelzwasser führen werden. Der wuchtige Glärnisch und darunter der Flecken Glarus. Sowie der historische Gassenweg zwischen Mäuerchen im Gebiet Ennenda - Sturmigen - Ennetbühls. A propos Sturmigen: Ich war froh, windete es nicht noch stärker. Ein Föhnsturm war das knapp nicht, aber schon so hatte ich an exponierten Stellen das Gefühl, ich müsste mich an den Bäumen festhalten, um nicht in die Tiefe geblasen zu werden  Unten in Netstal fand ich, ich hätte mir ein gutes Essen verdient. Im Schwert wurde mir ein grossartiges Huftsteak an einer Café-de-Paris-Sauce zuteil; es kostete gut die Hälfte dessen, was die irren Zürcher verlangen. Glarnerland, gutes Land.
Jetzt beginnt der Abstieg nach Netstal.
Netstal und das Glärnischmassiv.

Mittwoch, 4. April 2018

Hobbithome BL

Kürzlich war ich in Arboldswil, einem schönen Dorf in erhöhter Lage, zu dem man zwei Dinge wissen muss: Erstens handelt es sich um die Gemeinde im Baselbiet mit den meisten Sonnenstunden. Und zweitens findet dort am 8. September der jährliche Wandertag der "Schweizer Familie" statt. Im Ort fiel mir ein Erdhaus auf. Nicht übel, ich kannte solche Häuser bis anhin vom Zürcher Oberland und von Dietikon. Offenbar mögen sie auch in der Nordwestschweiz den Hobbitgroove.

Dienstag, 3. April 2018

Siebenstelliges

Am Sonntag bekam ich gleich von zwei lieben Lesern ein Mail mit angehängtem Screenshot: Mein Blogzähler war zuvor von 1'999'999 auf 2'000'000 gesprungen. Sieht gut aus, muss ich sagen. Vielen Dank, Hansueli und Maurus - und jetzt fassen wir die 3'000'000 ins Auge. Ah ja, hängig ist mein kleiner Wettbewerb mit der Frage, wann der Zähler die 2'222'222 erreicht; man erinnert sich, ich liess die Leser vor Monaten den Tag schätzen, an dem es soweit sein wird.

Montag, 2. April 2018

Das Grab von Onnens


Ab 1994, während der Abschnitt der A5 von Neuenburg nach Yverdon ensteht, gibt der Boden bei Onnens VD alle möglichen prähistorischen Gegenstände her. 2000, beim Bau einer Werkpiste, stösst man auf die Reste eines Dolmen, eines Kollektivgrabes. Es datiert aus der endenden Jungsteinzeit, circa 2300 vor Christus, und ist mit einer Türe ausgestattet, die man öffnen kann, wenn ein neuer Toter ins Grab gegeben wird. Die Archäologen verschieben den Dolmen um 40 Meter und richten ihn am Rand der Piste parallel zur Autobahn wieder auf, wobei sie drei zerstörte oder verschwundene Steine neu ergänzen. Plastisch, fast ein wenig disneyhaft, steht das Steinarrangement seither bei Praz Berthoud, wie der zugehörige Flurname lautet. Das leere Grab passt zum Osterfest, dachte ich, als ich am Samstag vorbeiging.